Top-Adresse bekommt ein eindrucksvolles Neubauprojekt // Bild: Graft Architects
In unmittelbarer Nähe zum Zwinger, am Schnittpunkt von Altstadt, Elbufer und Landtag, entsteht ein neues Zukunftsquartier von überregionaler Bedeutung. Mit dem jüngst erfassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ist ein zentraler Meilenstein erreicht.
Das Areal am westlichen Rand der Dresdner Altstadt ist heute geprägt von Bestandsgebäuden, Freiflächen und einem großflächigen Parkplatz. Künftig soll hier ein gemischt genutztes, urbanes Quartier entstehen, das Wohnen, Arbeiten, Kultur, Hotellerie und Freizeitangebote vereint. Eigentümer des Grundstücks ist das internationale Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen Bertelsmann.
Eine besondere Rolle spielt dabei das markante Haus der Presse an der Ostra-Allee. Das 47 Meter hohe Hochhaus mit Sockelgeschoss und Büroriegel ist seit den 1960er-Jahren ein prägendes Ensemble der Ost-Moderne. Aktuell sind dort unter anderem die Sächsische Zeitung, die Dresdner Morgenpost sowie das Nachrichtenportal TAG24 ansässig. Das Gebäude bleibt als identitätsstiftendes Element erhalten und wird sensibel in die Quartiersentwicklung eingebunden.

Das Haus der Presse gilt als wichtiges Beispiel der Ostmoderne. // Bildquelle: Imago, Urheber: Silvio Dittrich
Grundlage für die Entwicklung ist ein anspruchsvolles städtebauliches Konzept, das in enger Abstimmung mit der Stadt Dresden, dem Amt für Stadtplanung und Mobilität sowie dem Landesamt für Denkmalpflege erarbeitet wurde. Die Gestaltungskommission der Stadt begleitete den Prozess intensiv.
Mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, der am 14. Januar 2026 im zuständigen Ausschuss gefasst wurde, verfügt das Projekt nun über eine klare planungsrechtliche Perspektive und eine definierte Zielstellung.
Mit rund 78.000 m² oberirdischer Bruttogrundfläche (BGF) entsteht ein Quartier mit vielfältiger Nutzung: Wohnen, Arbeiten, Hotellerie, Kultur, Nahversorgung und Freizeit werden in einer klar strukturierten, identitätsstiftenden Architektur miteinander verbunden. Insgesamt sind vier Gebäudekomplexe vorgesehen, die rund um das Haus der Presse angeordnet werden.
Das Haus der Presse, das seit den 60er Jahren prägende Ensemble der Ost-Moderne sowie der bedeutende Grünraum an der Ostra-Allee in Richtung der Theaterwerkstätten, bleiben als wesentliche Elemente der Wilsdruffer Vorstadt erhalten und werden zu energetisch wertvollen Bestandsressourcen weiterentwickelt. Ein neu gestalteter Quartiersplatz sowie eine baumbestandene Fußgängerachse strukturieren das Areal und eröffnen neue Blickbeziehungen – von der Yenidze über den Erlweinspeicher bis hin zum Sächsischen Landtag.
Aktive Erdgeschosszonen, öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität sowie eine unterirdische Erschließung des ruhenden Verkehrs schaffen ein lebendiges Quartier, das sich selbstverständlich in die bestehende Stadtstruktur einfügt. In den vergangenen zwei Jahren hat das Team Projekte & Entwicklung von Robert C. Spies unter der Leitung von Christiane Stehnke die Grundstücksentwicklung umfassend begleitet. Die Leistungen umfassten Markt- und Standortanalysen, Zielgruppen- und Produktdefinitionen sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie in Kooperation mit der IVBM. Zudem vertritt Robert C. Spies den Planbegünstigten im Bebauungsplanverfahren und steuert den Prozess in enger Abstimmung mit dem Amt für Stadtplanung und Mobilität der Landeshauptstadt Dresden.
„Wir haben unsere immobilienwirtschaftliche Kompetenz gezielt für unseren Auftraggeber Bertelsmann eingebracht, um ein Quartier zu entwickeln, das sowohl marktfähig als auch langfristig zukunftsfähig und identitätsstiftend für Dresden ist“, erklärt Andreas Fuchs, Geschäftsführer für den Bereich Projekte & Entwicklung bei Robert C. Spies. „Im Dialog mit Verwaltung, Wissenschaft, Institutionen und Politik konnten konkrete Bedarfe identifiziert und in ein tragfähiges, nachhaltiges Konzept übersetzt werden.“
Auch architektonisch setzt das Projekt klare Akzente. GRAFT entwickelt ein stadträumliches Gerüst, das sich an der historischen Blockstruktur orientiert und zugleich das bauliche Erbe der Ost-Moderne respektiert. Lars Krückeberg, Gründungspartner und CEO von GRAFT, ergänzt: „Die Stärke unseres Konzepts liegt in der Verbindung von urbaner Lebensqualität, nachhaltiger Planung und dem respektvollen Umgang mit dem baulichen Erbe des Ortes. Wir haben ein stadträumliches Gerüst entwickelt, das sich an der historischen Blockstruktur orientiert und gleichzeitig das historische Erbe der Ost-Moderne respektiert. Im Inneren wird ein lebendiges Quartierszentrum mit öffentlichem Platz geschaffen – so, wie man es aus europäischen Städten kennt.“
Ein zentraler Anspruch ist die konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Bereits in einer frühen Planungsphase wurde ein spezialisiertes Fachbüro eingebunden, um ökologische Fragestellungen integrativ zu bearbeiten. Ziel ist die Entwicklung eines CO₂-neutralen Quartiers, das höchsten Umweltstandards entspricht und als Modellprojekt für innerstädtische Entwicklungen dienen kann.
Gleichzeitig berücksichtigt das Nutzungskonzept die Anforderungen eines modernen urbanen Lebens: zukunftsorientierte Arbeitswelten, Co-Working-Flächen, gewerbliches Wohnen, moderne Hotellerie sowie Angebote für Kultur, Freizeit und Nahversorgung.
Robert C. Spies und GRAFT werden das Projekt in den kommenden Monaten weiter qualifizieren. Das Investitionsvolumen des Quartiers liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich. In den vergangenen Monaten fanden bereits intensive Gespräche mit potenziellen Entwicklern und Investoren statt; aktuell werden konkrete Optionen für einen Einstieg geprüft.